Barumini – die Nuraghen

Barumini – die Nuraghen

Barumini – die Nuraghen

Der nuragische Komplex von Barumini liegt in der Provinz Medio Campidano und ist das Symbol Sardiniens für die großen Steinmonumente: ein suggestiver und geheimnisvoller Ort, den man besuchen sollte. Die Stätte umfasst das am besten erhaltene Exemplar aller sardischen Nuraghen: das Dorf Barumini, das aufgrund seiner Besonderheit von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Die Nuraghi waren meist Verteidigungstürme in Form eines Kegelstumpfes aus großen, trockenen Felsblöcken, die mit Innenräumen ausgestattet waren. Das Wort „Nuraghe“, das „Steinhaufen“ und „Hohlraum“ bedeutet, weist auf eine Art Militärarchitektur mit Turmwänden hin. Ihre Funktion war streng militärisch: Sie dienten in der Tat der Verteidigung des umliegenden Territoriums. Das Hauptmaterial für ihren Bau ist Basalt, ein sehr hartes vulkanisches Gestein.

Das Dorf Barumini, das von einer majestätischen zentralen Nuraghe namens „Su Nuraxi“ (von der sich auch der Name des Komplexes ableitet) beherrscht wird, erzählt dem Besucher die Geschichte der tausendjährigen Zivilisation, die das Gebiet über einen sehr langen Zeitraum bewohnte, der zwischen der Bronzezeit und dem III. Jh. n. Chr. Über die antike nuragische Zivilisation ist nicht viel bekannt: es war eine Bevölkerung von Hirten und Bauern, die acht Jahrhunderte lang in kleinen Gemeinschaften auf Sardinien lebte und die diese außergewöhnlichen Bauwerke errichtet haben.
Die Nuraghe „Su Nuraxi“ ist etwa 18 Meter hoch und von einem Gehege umgeben, das aus vier Seitentürmen besteht, die durch Mauern miteinander verbunden sind. Im Inneren des zentralen Turms, in dem beide Stockwerke intakt erhalten sind, befindet sich ein Innenhof mit einem 20 Meter tiefen Brunnen. Um diese Gebäude herum stand das Dorf, das hauptsächlich aus runden Hütten aus dem VII-VI  Jh. v. Chr.m bestand, als das Gebiet unter punischer und römischer Herrschaft war. Diese Hütten sind derzeit in einer kleinen Anzahl von Nuraghen ausgegraben worden und die von Barumini erreichen den höchsten Grad an Komplexität und Entwicklung.

In der Mittelbronzezeit (1500-1300 v. Chr.) wurde der Hauptturm gebaut, d.h. die einfachen „tholos“-Nuraghen. Der Begriff „tholos“ bezeichnet einen kegelstumpfförmigen Turm, der im Innern kreisförmige Kammern mit Wänden aus großen Felsbrocken aufweist, die beim Aufstieg immer kleiner werden und durch eine falsche Kuppelabdeckung vervollständigt werden. Der Turm (ursprünglich ca. 18,60 m hoch) bestand aus drei übereinander liegenden Räumen, die über Treppen, die innerhalb der Wandstärke angelegt wurden, miteinander in Verbindung standen.

 

Blick auf das Kolosseum in Rom, Italien

Nuraghe, Sardinien, Italien.   (foto © Shutterstock.com)

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Su Nuraxi, Barumini

Aussicht auf den archäologischen Nuragenkomplex von Su Nuraxi di Barumini. UNESCO-Welterbe-Liste     (foto © shutterstock.com) 

Im 5. Jh. v. Chr. führte die punische Besetzung, die die nuragische Zivilisation übernahm, zum allmählichen Niedergang des Dorfes und in der Folge zum Bevölkerungsrückgang. Im II. bis I. Jahrhundert v. Chr. wurde die Siedlung auch von den Römern wiederverwendet und adaptiert, die in einigen Fällen bestimmte Räume als Begräbnisstätte nutzten. Die Struktur blieb bis ins III. Jahrhundert n. Chr. bewohnt und anschließend bis ins frühe Mittelalter (VII. Jh. n. Chr.) sporadisch frequentiert.

Von den prähistorischen Ursprüngen von Barumini zeugt auch ein weiterer Nuraghe im Zentrum der Stadt, der auf das XVI. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht: die „Nuraxi e‘ Cresia“ (Nuraghe der Kirche), die bei der Restaurierung der „Casa Zapata“ ans Licht kamen, einer prächtigen Residenz der aragonischen Barone, die Mitte 1500 erbaut wurde und ein seltenes Beispiel für die von der Renaissance inspirierte hispanische Zivilarchitektur darstellt. Seit 2006 beherbergt der Adelspalast einen Museumskomplex, der im Inneren zwei Türme des nuragischen Denkmals beherbergt, die von oben dank hängender Stege und transparenter Böden sichtbar sind.

Barumini und sein Gebiet heute zu besuchen, bedeutet daher, eine Welt reich an Geschichte und Tradition zu entdecken. Die Besonderheit von Barumini besteht darin, dass man den Verteidigungsturm besichtigen und zwischen den Überresten eines ganzen Dorfes von vor Tausenden von Jahren spazieren gehen kann.

Su Nuraxi di Barumini, Bronze Zeit, Sardinien

Nuraghi-Ruinen – Su Nuraxi di Barumini, Bronzezeit, Sardinien, Italien, UNESCO-Weltkulturerbe.  (foto © Pecold / Shutterstock.com)

Barumini, Sardinien, Italien.

Barumini, Sardinien, Italien. Aussicht auf den archäologischen Nuragenkomplex von Su Nuraxi di Barumini. UNESCO-Welterbe-Liste.  (foto ©  Shutterstock.com)

Luftbild von Barumini Nuraghe, Unesco Welterbe

Luftbild von Barumini Nuraghe, Unesco Welterbe.    (foto © Shutterstock.com)

 

Barumini

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