Johann Wolfgang von Goethe über Rom im November 1786

Johann Wolfgang von Goethe über Rom im November 1786

Die Italienreise und J.W.Goethe über Rom

Johann Wolfgang von Goethe unternahm zwischen 1786 und 1788 eine Italienreise, die für sein künstlerisches und persönliches Leben von großer Bedeutung war. Die Italienreise, die er als Flucht aus dem Weimarer Alltag bezeichnete, führte ihn in bedeutende Städte wie Rom, Neapel und Venedig. In Italien suchte und fand Goethe eine tiefere Verbindung zu Kunst, Kultur und Geschichte. Besonders die klassische Architektur und die Meisterwerke der Renaissance beeindruckten ihn. Diese Erfahrungen beeinflussten nicht nur sein literarisches Werk, sondern auch seine Weltanschauung. Goethes „Italienische Reise“ ist ein detailliertes Tagebuch dieser Lebensphase, das seine Begegnungen, Beobachtungen und tiefgründigen Reflexionen festhält und bis heute als bedeutendes Werk der Reiseliteratur gilt.

Johann Wolfgang von Goethe, einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Dichtkunst, verbrachte einen wesentlichen Teil seiner Italienreise in Rom. Sein Aufenthalt in Rom von 1786 bis 1788 war der Höhepunkt seiner Italienreise und prägte ihn nachhaltig. In dieser Zeit setzte er sich intensiv mit der Kunst und Architektur der Antike und der Renaissance auseinander, was seine späteren Werke nachhaltig beeinflusste. Goethes Begegnungen mit Künstlern und sein Studium der klassischen Schönheit in Rom spiegeln sich in seiner Dichtung und seinem ästhetischen Verständnis wider. Diese Phase war für Goethe auch eine Zeit der persönlichen Erneuerung und des schöpferischen Aufbruchs, die sich in einer Reihe von Werken manifestierte, die nach seiner Rückkehr nach Deutschland entstanden.

Goethe Villa Borghese Rom Italien 4

Johann Wolfgang von Goethe über Rom im November 1786

„Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! Wenn ich sie in guter Begleitung, angeführt von einem recht verständigen Manne, vor funfzehn Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen. Sollte ich sie aber allein, mit eignen Augen sehen und besuchen, so ist es gut, daß mir diese Freude so spät zuteil ward.

Über das Tiroler Gebirg bin ich gleichsam weggezogen. Verona, Vicenz, Padua, Venedig habe ich gut, Ferrara, Cento, Bologna flüchtig und Florenz kaum gesehen. Die Begierde, nach Rom zu kommen, war so groß, wuchs so sehr mit jedem Augenblicke, dass kein Bleiben mehr war, und ich mich nur drei Stunden in Florenz aufhielt. Nun bin ich hier und ruhig und, wie es scheint, auf mein ganzes Leben beruhigt. Denn es geht, man darf wohl sagen, ein neues Leben an, wenn man das Ganze mit Augen sieht, das man teilweise in- und auswendig kennt. Alle Träume meiner Jugend seh‘ ich nun lebendig; die ersten Kupferbilder, deren ich mich erinnere (mein Vater hatte die Prospekte von Rom auf einem Vorsaale aufgehängt), seh‘ ich nun in Wahrheit, und alles, was ich in Gemälden und Zeichnungen, Kupfern und Holzschnitten, in Gips und Kork schon lange gekannt, steht nun beisammen vor mir; wohin ich gehe, finde ich eine Bekanntschaft in einer neuen Welt; es ist alles, wie ich mir’s dachte, und alles neu. Ebenso kann ich von meinen Beobachtungen, von meinen Ideen sagen. Ich habe keinen ganz neuen Gedanken gehabt, nichts ganz fremd gefunden, aber die alten sind so bestimmt, so lebendig, so zusammenhängend geworden, daß sie für neu gelten können.“

Goethe in Rom, 1. November 1786

Goethe, Villa Borghese, Rom, Italien

Denkmal für Johann Wolfgang von Goethe im Park der Villa Borghese in Rom, Italien  (Fotos © Canva.com)

Die Casa di Goethe in Rom

Die Casa di Goethe in Rom ist ein Museum, das dem berühmten deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe gewidmet ist. Es befindet sich in der Via del Corso, einer der Hauptstraßen Roms, und war Goethes Wohnsitz während seines Italienaufenthalts von 1786 bis 1788. Das Museum bietet einen Überblick über Goethes Leben und Werk mit besonderem Schwerpunkt auf seiner Italienreise, die einen tiefgreifenden Einfluss auf seine literarische und künstlerische Entwicklung hatte. Zu sehen sind Originalmanuskripte, Kunstwerke und persönliche Gegenstände Goethes sowie Ausstellungen, die sich mit seinen Beziehungen zu anderen Künstlern und Intellektuellen seiner Zeit beschäftigen. Die Casa di Goethe ist nicht nur ein kultureller Treffpunkt für Literatur- und Kunstliebhaber, sondern auch ein symbolischer Ort, der die kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Italien hervorhebt.

Goethe, Villa Borghese, Rom, Italien

Denkmal für Johann Wolfgang von Goethe im Park der Villa Borghese in Rom, Italien  (Fotos © Canva.com)

Johann Wolfgang von Goethe während seines zweiten Aufenthalts in Italien:

Noch ist Italien, wie ich’s verließ, noch stäuben die Wege,
Noch ist der Fremde geprellt, stell er sich, wie er auch will.
Deutsche Rechtlichkeit suchst du in allen Winkeln vergebens,
Leben und Weben ist hier, aber nicht Ordnung und Zucht;
Jeder sorgt nur für sich, ist eitel, misstrauet dem andern,
Und die Meister des Staats sorgen nur wieder für sich.
Schön ist das Land! doch ach! Faustinen find ich nicht wieder.
Das ist Italien nicht mehr, das ich mit Schmerzen verließ.

 

Siehe auch: Italien, das Land wo die Zitronen blühn!

 

Goethe über Rom, Italienreise,

Denkmal für Johann Wolfgang von Goethe im Park der Villa Borghese in Rom, Italien  (Fotos © Canva.com)

Rom

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1 Kommentar

  1. Ron

    „Froh empfind ich mich nun auf klassischem Boden begeistert,
    Vor- und Mitwelt spricht lauter und reizender mir.
    Hier befolg ich den Rat, durchblättre die Werke der Alten
    Mit geschäftiger Hand, täglich mit neuem Genuß.
    Aber die Nächte hindurch hält Amor mich anders beschäftigt;
    Werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt beglückt.
    Und belehr ich mich nicht, indem ich des lieblichen Busens
    Formen spähe, die Hand leite die Hüften hinab?
    Dann versteh ich den Marmor erst recht: ich denk und vergleiche,
    Sehe mit fühlendem Aug, fühle mit sehender Hand.
    Raubt die Liebste denn gleich mir einige Stunden des Tages,
    Gibt sie Stunden der Nacht mir zur Entschädigung hin.
    Wird doch nicht immer geküßt, es wird vernünftig gesprochen,
    Überfällt sie der Schlaf, lieg ich und denke mir viel.
    Oftmals hab ich auch schon in ihren Armen gedichtet
    Und des Hexameters Maß leise mit fingernder Hand
    Ihr auf den Rücken gezählt. Sie atmet in lieblichem Schlummer,
    Und es durchglühet ihr Hauch mir bis ins Tiefste die Brust.
    Amor schüret die Lamp‘ indes und gedenket der Zeiten,
    Da er den nämlichen Dienst seinen Triumvirn getan.“

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