Das Tal „Val d’Orcia“ ist eine wunderschöne Landschaft in der Provinz Siena, in der Toskana. Es wird von dem Fluss Orcia durchquert, der ihm seinen Namen gibt und zeichnet sich durch wunderschöne Landschaften und verschiedene Städte mittelalterlichen Ursprungs aus, von denen zwei sehr bekannt sind: Pienza und Montalcino.

Pienza ist ein architektonisches Juwel, das als „Ideale Stadt“ bekannt ist: eine Renaissancestadt, die von Pius II., dem großen humanistischen Papst, entworfen wurde und in der auch der prächtige Piccolomini Palast einen Besuch wert ist. Montalcino hingegen wird von der Festung aus dem 14. Jahrhundert dominiert, von der aus Sie ein einzigartiges Panorama genießen können, und ist berühmt für seinen Wein: Brunello di Montalcino.

Das gesamte Gebiet ist heute ein geschütztes Gebiet und wurde 2004 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der absolute Protagonist des Val d’Orcia ist in der Tat eine noch unberührte und schöne Natur, mit ständig wechselnden Farben je nach den verschiedenen Jahreszeiten .

Mittelalterliche Schlösser, gewundene Hügel, alte Städte, schöne Bauernhäuser, abgelegene Villen, Zypressenalleen, fabelhafte Weinberge und Olivenhaine und goldfarbene Weizenfelder: das sind nur einige der Elemente, die die erstaunlichen Landschaften des Val d’Orcia bieten.

Sie können sich auch in einem der vielen Thermalbäder der Gegend entspannen, z.B. in Bagno Vignoni oder Bagni di San Filippo.

Der charakteristische Baum der Gegend ist die Zypresse, während die typischen Essens- und Weinspezialitäten des Val d’Orcia die „Pici“, die Wurstwaren der Cinta Senese, der Pecorino di Pienza (berühmter und exquisiter Schafskäse, der nur mit der Milch von Tieren aus den umliegenden Hügeln hergestellt wird), Olivenöl extravergine, Safran, Pilze, Kastanien, Trüffel, Brunello di Montalcino-Wein und die neue Bezeichnung des DOC-Weines Orcia sind.

Orcia DOC ist in der Tat einer der neuen Einträge in der langen Liste der international anerkannten Weine, die in der Toskana produziert werden, dank der offiziellen Denomination, die am 14. Februar 2000 erworben wurde. Die zahlreichen Überreste etruskischer und römischer Artefakte, die mit dem Wein und dem Anbau von Reben in diesem Gebiet in Verbindung stehen, bezeugen, dass das Val d’Orcia eine lange Tradition in der Produktion von renommierten und hochwertigen Weinen hat.

 

 

San Quirico d’Orcia, Val d’Orcia, Toskana, Italien

Sonnenaufgang bei San Quirico d’Orcia, Val d’Orcia, Toskana, Italien.           (foto © Shaiith / Shutterstock.com)

Entlang der Via Cassia (der antiken Römerstraße) befinden Sie sich genau auf der antiken Via Francigena, der Straße, die von den Pilgern auf dem Weg nach Rom befahren wurde und die auch durch das Gebiet der „Crete Senesi“ führte. Dieses Gebiet ist von lehmigen Hügeln geprägt, die eine surreal anmutende Landschaft bilden, die oft als „mondartig“ beschrieben wird. Wir treffen dann auf Buonconvento, eine kleine befestigte mittelalterliche Stadt, die als eine der „schönsten Städte Italiens“ gilt; einst war sie einer der Orte, an denen die Pilger entlang der Via Francigena Halt machten und ein wichtiges Handelsgebiet.

Anschließend erreichen wir Montalcino, die Heimat des Brunello-Weins, deshalb auch Brunello di Montalcino genannt. Sie betreten die Stadt von der alten Festung aus dem 14. Jahrhundert aus: um das Innere der Burg zu besichtigen, klettern Sie auf die Wälle, um das schöne Panorama zu bewundern; dann geht es weiter zum historischen Zentrum, wo der antike Uhrenturm hervorsticht.
Ebenfalls zu bewundern ist die schöne und stimmungsvolle Abtei von San Antimo, eines der besten Beispiele mittelalterlicher Klosterarchitektur, wo man noch heute die schönen gregorianischen Gesänge während der Messe hören kann.

Der nächste Halt ist San Quirico, eine weitere mittelalterliche Stadt, die ebenfalls an der Via Francigena liegt. Sehenswert sind die Stiftskirche Santi Quirico und Giulietta und die Gärten „Horti Leonini“.

Sie können auch einen kurzen Abstecher in das charmante Städtchen Montichiello machen. Diese kleine befestigte mittelalterliche Stadt liegt südlich von Pienza, von wo aus Sie weitere Panoramablicke über das Tal und seine typischen, mit Zypressen gesäumten Straßen bewundern können.

Zu guter Letzt haben wir noch die mächtige Festung von Radicofani, die seit mehr als tausend Jahren über dem gleichnamigen Dorf steht. Erbaut auf der Spitze eines imposanten 896 Meter hohen Felsens, dominiert sie das gesamte Gebiet zwischen dem Berg Cetona, dem Val d’Orcia und dem Berg Amiata. Das Schloss ist mit einer Figur verbunden: Ghino di Tacco. Im Jahr 1297 nahm der berühmte „Gentleman-Bandit“ die Burg in Besitz und machte sie für einige Jahre zur Basis für seine Raubzüge: eine Art lokaler Robin Hood. Die Burg beherbergt heute ein Museum mit archäologischen Funden aus der Zeit der Etrusker bis zum sechzehnten Jahrhundert und die lange Geschichte der Festung wird rekonstruiert. Spektakulär ist die Szenerie, die man genießen kann, wenn man die Spitze des Turms erreicht, von wo aus sich der Blick auf die Hügel des Val d’Orcia verliert.

Text: Luca @ Italien.blog

 

Montalcino, Val d’Orcia, Toskana, Italien

Aussicht auf die Stadt Montalcino, in der Val d’Orcia, Unesco Welterbe, Toskana, Italien.     (foto © Shutterstock.com)