Weinanbaugebiete Langhe, Roero und Monferrato

Kulinarik, Piemont, Unesco Welterbe, Wein

Die Weinbaulandschaften Langhe-Roero und Monferrato im Piemont bestehen aus fünf verschiedenen Weinanbaugebieten und einem Schloss: Langa mit Barolo, die Hügel von Barbaresco, Nizza Monferrato und Barbera, Canelli und Asti Spumante, Monferrato mit seinem „Infernot“ und das Schloss von Grinzane Cavour.

Diese piemontesische Landschaft wurde von der Unesco als eine Kulturlandschaft von außergewöhnlicher Schönheit anerkannt, die sich durch eine alte Tradition auszeichnet, die mit einer echten „Weinkultur“ verbunden ist, die tief in der Gemeinschaft verwurzelt ist. Verteilt auf die Provinzen Alessandria, Asti und Cuneo, umfasst das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Gebiet nicht weniger als 29 Gemeinden.

Diese Unesco-Stätten umfassen Hügel, die mit Weinbergen bedeckt sind, so weit das Auge reicht, Dörfer, Bauernhäuser und Keller, Türme und Schlösser mittelalterlichen Ursprungs, die sich in der Landschaft abheben und sich durch die Harmonie der Landschaften auszeichnen, die mit den Aktivitäten der Weinproduktion verbunden sind, die international zu den wichtigsten Weinprodukten der Welt zählt. In diesen Gebieten wurde 1865 der erste italienische Schaumwein von den Gebrüdern Gancia hergestellt.

Langhe, Schloss Grinzane Cavour, Piemont, Italien

Die Langhe Weinberge im Sonnenuntergangspanorama und Schloss Grinzane Cavour, Unesco Weltkulturerbe, Piemont,  Italien.    (Foto ©  Shutterstock.com)

Der Barolo und Barbaresco, Weine des Langhegebietes

In den Langhe wird der Barolo produziert, einer der berühmtesten Weine der Welt, während die Hügel mit mittelalterlichen Dörfern wie Castiglione Felletto, Serralunga d’Alba und dem gleichnamigen Barolo übersät sind. Bemerkenswert ist auch das Schloss von Grinzane Cavour, das heute die erste regionale Weinhandlung im Piemont beherbergt, sowie ein ethnographisches Museum über die Weinbautradition dieser Gegend.

Ein weiterer wichtiger Wein, der in den Langhe produziert wird, ist der Barbaresco. Neben der gleichnamigen Stadt wird Barbaresco auch in Neive produziert, einer der schönsten Städte Italiens, in der das mittelalterliche Stadtbild noch intakt erhalten ist.

Die Weinregion Roero

Roero ist eine weitere wichtige Weinregion des Piemont. Durch den Fluss Tanaro von den Langhe getrennt, besteht das Gebiet vor allem aus Weinbergen und Obstplantagen. Roero verdankt seinen Namen der Familie, die diesen Teil der Region jahrhundertelang beherrschte. Wie viele andere piemontesische Weine wird auch der hier produzierte Wein aus Nebbiolo-Reben hergestellt. Hier liegt auch die Geburtsstätte des Roero Arneis, einer der beliebtesten Weißweine des Piemonts, der vor allem in der Ortschaft Canale produziert wird. Aus der Vereinigung der Nebbiolo- und Arneis-Reben entsteht der Roero Superiore, ein weiterer großer Wein dieses Landes.

 

Castiglione Faletto, Barolo, Langhe, Piemont, Italien

Castiglione Faletto, Dorf in der Weinregion Barolo, Langhe, Piemont, Italien.    (Foto ©  Shutterstock.com)

Nizza Monferrato, Hauptstadt des Barbera

Nizza Monferrato hingegen ist die Hauptstadt des Barbera und eine charakteristische mittelalterliche Stadt, die wichtige Zeugnisse einer glorreichen Vergangenheit bewahrt. Monferrato ist auch ein Land, das aus Hügeln, Städten, Schlössern und großen Weinbautraditionen besteht. In Canelli wird seit dem achtzehnten Jahrhundert Asti Spumante hergestellt. Zu den Besonderheiten dieses Landes gehören auch die „infernot“: Keller, in denen Generationen von Piemontesen ihre Weinflaschen aufbewahrt haben.

Was ist ein Infernot?

Ein Infernot ist eine kleine unterirdische Kammer, die ohne Licht und Belüftung in die „Pietra da Cantoni“ gegraben wird und im Allgemeinen durch einen Keller zugänglich ist und zur Lagerung von Flaschenwein dient. Seine Eigenschaften der konstanten Temperatur und Luftfeuchtigkeit ermöglichen die optimale Konservierung der wertvollsten Weinflaschen.

Die Unterirdischen Kathedralen von Canelli

Ein weiteres Wunderwerk der Ingenieurskunst sind die „Unterirdischen Kathedralen“ in Canelli, wahre Schätze der Weinkultur, die in den kalkhaltigen Tuffstein gegraben wurden. Die sogenannten Kathedralen  reichen bis zu 32 Meter tief in den Boden des Hügels. Die unterirdischen Kathedralen sind seit dem Juni 2014 Unesco Weltkulturerbe – winden sich über Dutzende von Kilometern unter der Erde. Heute können die „Cattedrali Sotteranee“ von Contratto, Coppo, Gancia und Bosca besichtigt werden. Im Inneren der historischen Keller werden die Flaschen auf natürliche Weise bei einer Temperatur zwischen 12 und 14 Grad gelagert.

 

Neive Dorf, Langhe, Unesco Weltkulturerbe, Piemont, Italien

Das Dorf Neive mit Langhe Weinbergen. Unesco Weltkulturerbe, Piemont, Norditalien.     (Foto ©  Shutterstock.com)